
In diesen Tagen feiern unsre Pfarren das Ernte-Dank-Fest. Aus meiner Kinder-und Jugendzeit sind mir die schönen Traktor-Anhänger aus den Katastralgemeinden noch lebhaft in Erinnerung, die mit viel Liebe fürs Details geschmückt waren wie auch das Fest des Teilens im Anschluss an den großen festlichen Gottesdienstes zum Erntedank auf der Pfarrhofwiese.
Wir feiern und sagen offiziell am Erntedank-Sonntag Danke für Gewachsenes, Gelungenes, wichtige Erfahrungen des Lebens - wir nehmen unser Leben in den Blick, halten inne, erinnern uns zB. an die Ernte auf dem Feld, im persönlichen Leben…bringen sie im Gottesdienst bewusst ein, legen sie vor Gott hin.
Eigentlich ist jeder Sonntag ein kleines Ernte-Dankfest. Eucharistie – das griechische Wort für Messe – macht uns das deutlich: wir feiern DANK-SAGUNG. Und das Erntedankfest möchte uns diese Haltung der Dankbarkeit näher bringen. Danke sagen (lernen) für all das, was uns aus der Selbstgenügsamkeit herausführt, was wir nicht uns selbst, sondern letztendlich Gott verdanken.
Dankbarkeit ist aber nicht gleich Dankbarkeit. Dankbar zu sein, hat mit dem eigenen Menschsein zu tun. Nehme ich das Wort “DANKE” zu oft in den Mund, kann es zum Zwang werden und verliert mitunter seine Bedeutung. Wirkliche Dankbarkeit ist eine innere Haltung und Ausrichtung, die verstehen lässt, wer wir als Menschen sind: wir können und müssen nicht alles von uns her machen, wollen, schaffen - es gibt einen, der uns reich beschenkt, der uns die Ernte einbringen hilft…
Dank kann ich im Alltag üben! Auch, wenn es schwer fällt und ich Dinge erlebe, mit denen ich unzufrieden bin, kann ich versuchen dem Alltag das Schöne “abzugewinnen” und für all das Danke zu sagen. Es setzt allerdings voraus, dass ich die Wirklichkeit wahrnehme, mir Zeit schenke, um die Ereignisse und Erlebnisse des Tages kurz Revue passieren zu lassen.
Eine kleine Übung! Nimm dir heute abends 15 min Zeit und überlege für dich: Was war schön heute? Welche drei Dinge/Menschen/Erlebnisse haben den Tag positiv geprägt? Was habe ich heute persönlich an “Ernte” eingebracht?